Symposium
Musikinformatik
am 21. September 2005
auf der GI-Jahrestagung 2005 in Bonn
Zusammenfassung
Die Bereiche Musik und Audio haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Anwendungsdomänen der Informatik entwickelt. War der informatische Forschungsschwerpunkt bei audiovisuellen Datentypen bisher eher in den Bereichen Bild und Video angesiedelt, so sorgten vor allem Entwicklungen in den Bereichen Audiokompression und Music Information Retrieval für ein verstärkten Einsatz der Informatik im Musikbereich. Hier sind neben erfolgreichen Entwicklungen im Standardisierungsbereich (etwa Audioteile der MPEG-1 bis -7 Standards) beispielsweise auch neue Technologien für die Musiksuche und -identifikation zu nennen. Neben den Themenkomplexen Retrieval und Kompression haben sich hier unter anderem die Gebiete Musik- und Audio-Content-Management, Musik Informationssysteme und -bibliotheken, Automatische (symbolische) Musikanalyse, Audio Pattern Recognition, Annotation und Metadaten, Musikkategorisierung und Recommendation gebildet.
Was ist Musikinformatik?
An dieser Stelle sei als Kompaktantwort die Begriffsspezifikation von der Webseite des neuen Studiengangs Musikwissenschaft/Musikinformatik in Karlsruhe zitiert: Musikinformatik bezeichnet alle Anwendungen oder Nutzbarmachungen der Informatik für den gesamten Bereich der Musik.
Viele Disziplinen sind an der Musikinformatik direkt oder indirekt beteiligt: Musikwissenschaft, Informatik, Mathematik, Physik, Ingenieurwissenschaften, Physiologie, Psychologie, das Bibliothekswesen,... um nur einige zu nennen. Es ist klar, dass auf einem eintägigen Symposium bei weitem nicht alle Aspekte beleuchtet werden konnten. Als kleines Beispiel hierzu sei die diesjährige ISMIR 2005 in London mit 230 Teilnehmern genannt, wo es in einer 5-tägigen Konferenz alleine um das Spezialthema Music Information Retrieval ging.
Zu den wichtigen Themen der Musikinformatik zählen sicher:
- Automatische (symbolische) Musikanalyse
- Verfahren der algorithmischen Komposition
- Music Information Retrieval und Recommendation
- Digitale Musikbibliotheken
- Musik- und Audio-Content-Management
- Musikkategorisierung
- der PC als Tonstudio
- Klangsynthese
- Notationsprogramme
- Audio-Kompressionsverfahren
Ziele des Symposiums
Ziel dieses Symposiums war es, deutsche und europäische Forschungsaktivitäten auf diesem noch relativ jungen Gebiet der Informatik näher zusammenzubringen und Synergiepotenzial der zum Teil sehr unterschiedlichen Forschungsansätze herauszuarbeiten. Aus diesem Grund bestand das Symposium neben einem halbtägigen Vortragsteil aus einem halbtägigen Teil mit eher informellen Kurzpräsentationen, die zusammen mit einem anschließenden Rundgespräch ein Forum zum wissenschaftlichen Austausch boten.
Adressatenkreis
Das eintägige Symposium richtete sich an Wissenschaftler, die auf den Gebieten der Musik- und Audioverarbeitung, der Computermusik oder des Music Information Retrievals aktiv sind. Neben Wissenschaftlern aus der Kerninformatik waren in diesem interdisziplinären Gebiet insbesondere mit informatischen Methoden arbeitende Forscher aus den Bereichen Mathematik, Ingenieur- und Musikwissenschaften angesprochen.
Unterlagen
- Übersicht aller Symposien der GI-Jahrestagung
- Ankündigung und Call for Papers
[58 kB]
- Agenda
[58 kB]
- Einige Bilder des Symposiums
Vorträge und Vortragsmaterial
Hauptvorträge
- Music Information Retrieval mit Transportdistanzen:
Abstandsmaß, Indexierung und Vergleich der Ergebnisse mit menschlichen Vorstellungen von melodischer Ähnlichkeit,
Rainer Typke, U Utrecht
(Vortragsfolien
[480 kB]
) - The Power of Users and Context in Music Information Retrieval,
Stephan Baumann, DFKI Kaiserslautern
(Vortragsfolien
[3817 kB]
) - Inhaltsbasierte Musiksuche in einer multimodalen Systemarchitektur,
Björn Schuller, TU München
(Vortragsfolien
[477 kB]
)
- Die MUSITECH Umgebung für Musikanwendungen Tillmann Weyde, City University London
- Merkmalssätze für die automatische Klassifikation von Musik- und Audiosignalen, Armin Kohlrausch (1,2), Martin McKinney (1), Jeroen Breebaart (1) - (1) Philips Research Eindhoven, (2) TU Eindhoven
Kurzpräsentationen
- Melody Extraction: A Blind Source Separation Approach,
Shankar Vembu, DFKI Kaiserslautern
(Vortragsfolien
[101 kB]
)
- Das
SyncPlayer-Framework zum inhaltsbasierten Zugriff auf
Musikdaten,
David Damm und Christian Fremerey, U Bonn
(Vortragsfolien
[664 kB]
) - Score-Following und Musiksynchronisation,
Hagen Kaprykowsky, IRCAM Paris, U Karlsruhe, INP Grenoble
(Vortragsfolien
[219 kB]
)
- Perkussivität von Klängen als neues Merkmal zur Klassifikation von
Musik-Genres,
Janto Skowronek, Martin McKinney, Philips Research Eindhoven
(Vortragsfolien
[263 kB]
)
- Perception of Structure in Popular Music,
Michael Bruderer (1), Martin McKinney (2), Armin Kohlrausch (1,2) -
(1) TU Eindhoven, (2) Philips Research Eindhoven
(Vortragsfolien
[145 kB]
)












